Mein Resümee

Dienstag, 09.04.2013

Etwas voreilig habe ich den Blog geschlossen ohne Euch, mein Resümee von diesem Abenteuer darzulegen.
Seit Jahren hege ich einen Herzenswunsch, ich wollte eines Tages nach Afrika gehen um dort den Menschen,speziell Kindern zu helfen. Das erste Mal in "Berührung" mit Benin kam ich, als mir eine gute Freundin von ihrem Abenteuer im Benin erzählte. Seit dieser Zeit ließ mich das Thema nicht mehr los. Jedoch „passte“ es lange nicht in meine privaten Pläne, ich hatte keine Zeit oder sonst irgendwelche Ausreden vor mir selbst. Ich wusste jedoch immer, dass eines Tages die richtige Zeit kommen werde um diese Aufgabe zu erfüllen.
Durch meine berufliche Veränderung ergab sich nun der perfekte Zeitpunkt, um mir diesen Herzenswusch, meine Lebensaufgabe, zu erfüllen. Ich organisierte also kurzerhand die Reise, kündigte mich bei Astrid an und schon ging es los.
Aber manchmal entwickeln sich die Dinge nicht so wie man es gerne hätte bzw. wie man es sich (und so war es bei mir) im vor hinein vorstellt. Als ich im Benin ankam erfuhr ich, dass sich das aktuelle Schulprojekt verzögern würde und das es derzeit nichts anderes zu tun gäbe als mit den politischen Stellen zu verhandeln bzw. auf deren Zusagen zu warten.
Am Anfang war ich über diese Situation sehr frustriert und fühlte mich wie das 5te Rad auf einem Wagen. Jetzt war ich doch extra in den Benin gekommen um vor Ort bei dem Bau einer Schule mitzuhelfen und nun gibt es nichts zu tun für mich!
Ich wurde in diesen Tagen jedoch perfekt von Astrid in die Organisation von Hilfsprojekten eingeführt. Sah dass es auch einen enormen bürokratischen Aufwand gibt und war bei einigen Besprechungen und Meetings mit Entscheidungsträgern und Gelbgebern anwesend.
Selbst anpacken, die Schaufel oder den Spaten in die Hand nehmen, das konnte ich leider nicht.
Gestern Abend, als ich mit meiner Gastfamilie gemeinsam zu Abend aß, teilte ich ihnen meine Gefühle mit.
George, Astrids Lebensgefährte, sagte zu mir, dass meine Aufgabe einfach eine andere gewesen ist. Und das sei gut so!
Ich bin sehr froh über diese Aussage und weiß jetzt, dass ich die Dinge einfach geschehen lassen muss, jedes zu seiner Zeit!
„Don’t push the river“, wie Barry Stevens sagt, „einen Fluss kann man nicht antreiben“.

Benin selbst ist ein wunderbares Land, mit sehr freundlichen Menschen und Kindern deren Augen einen jeden Tag auf‘s neue Verzaubern. Es ist unübersehbar, das Benin zu einem der ärmsten Länder der Welt zählt. Leider schlägt sich das in Form eines nicht zu übersehenden Müllproblems nieder, aber die Menschen hier haben einfach andere Sorgen als ihren Müll. Im ländlichen Gebiet wird hauptsächlich Ackerbau betrieben und man kommt sich vor als wäre man um über 100 Jahre zurückversetzt worden. Umgegraben wird per Hand mit einer kleinen Hacke, es gibt weder einen Esel, noch einen Wasserbüffel geschweige einen Traktor der als Arbeitserleichterung zur Verfügung steht. Alles muss in mühsamster Arbeit per Hand erledigt werden.
Ich persönlich kann nur Jedermann/frau empfehlen dieses Land zu besuchen, es ist einfach bezaubernd. Jene unter euch, die Angst um ihre Sicherheit in Benin haben, sollten sich einmal in Erinnerung rufen ob sie jemals überhaupt etwas über den Benin gehört haben? Nein, nichts, überhaupt jemals etwas über Benin gehört?
Das ist die Antwort auf eure möglichen Bedenken! Das Land Benin ist sehr sicher ansonsten würden wir  von diesem Land schon gehört haben, oder? Wir hören doch immer nur von den schlimmen Dingen wie Bombenanschläge, Krieg, Entführungen, Seuchen, Hungersnöte, Naturkatastrophen, Korruption usw.
Solche Dinge hat man über den Benin noch nicht gehört, weil es das bis dato hier einfach nicht gegeben hat: Es gibt über dieses Land nichts zu berichten. Das Land Benin hat eine stabile Demokratie, keine besonderen Bodenschätze, absolute Religionsfreiheit, einfach nichts worüber es sich für die Presse lohnen würde, zu schreiben.
Bezeichnend für dieses „Vorurteil“ war auch, was mir mein Vater, übrigens ein sehr weitgereister Mann von Welt, zum Abschied sagte. Er wünschte mir nicht „einen schönen Urlaub“ oder „viel Erfolg“. Er wünschte sich nicht, dass ich „gesund“ wieder nach Hause kommen sollte, sondern er sagte nur ganz einfach zu mir: „Kum wida ham Bua“. Ich weiß, dass mir mein Vater auch eigentlich eine „schöne Reise“, „viel Erfolg“ usw. gewünscht hat, aber es zeigt trotzdem, wie wenig die Menschen über dieses wunderbare Land eigentlich wissen. Bevor ich hierher kam, hatte ich übrigens auch meine Bedenken und war nervös wie nie zuvor.
Außer dass die Menschen im Benin äußerst freundlich sind, scheint es, dass diese auch überhaupt keine Vorurteile gegenüber Fremden haben. Im Gegenteil, sie sind sehr interessiert an fremden Kulturen und freuen sich über jedes Gespräch das sie mit einem „Weißen“ führen können.
Natürlich sind viele Dinge im Benin für uns „zivilisierten“ Europäer sehr extrem, jedoch sollten auch wir diesen Situationen völlig vorbehaltlos entgegentreten und versuchen nicht nur das „negative“ zu sehen, sondern uns an den vielen wunderschönen Dingen zu erfreuen.
Für Liebhaber exotischer Früchte ist Benin übrigens das absolute Paradies. Die Mangos, Avocados, Papaya, Bananen und Ananas sind einfach himmlisch. Man kann sie nahezu überall an den Bäumen und Sträuchern in vollreifem Zustand hängen sehen, lecker, lecker, lecker….

Sollte jemand von euch Lust haben mehr über dieses Land zu erfahren würde ich mich sehr freuen wenn ich noch einiges erzählen dürfte. Gerne bin ich auch bereit meine Kontakte in diesem Land zur Verfügung zu stellen.

So, dies war jetzt wirklich der letzte Blog von „A Journey to Benin“.
Heute geht’s nach Hause, ich freue mich schon!

Max

Sklavenroute Ouidah

Montag, 08.04.2013

Gestern waren wir im dem Ort "Ouidha". Das ist jener Ort an dem der größte Sklavenmarkt war. Wir besichtigten das alte Fort in dem die Portugiesen, die Engländer, die Holländer, die Spanier und man glaubt es kaum die Dänen residierten. Alle diese Nationen teilten sich, wenn wieder mal Bedarf an Sklaven in Europa bestand, dieses Fort. Die Franzosen hatten ihr eigenes Fort. Da läuft es einem echt kalt über den Rücken wenn man sieht was unsere Vorfahren da aufgeführt haben. Anfänglich wurden alle Sklaven auf einem groß Markt zusammengetrieben, dort von den verschiedenen Nationen gekauft. Z.B.: für 14 männliche Sklaven bekam der damalige hiesige König eine Kanone.
Nach dem Verkauf wurden die Sklaven in ein Zwischenlager gebracht. Dies war ein sehr großes Gebäude "ohne" Fenster. In diesem Gebäude mussten die Sklaven "angekettet" mehrere Wochen verbringen. So wurde festgestellt welche der Sklaven den Transport auf Schiff auch überstehen würde (nahezu die gleichen Bedingungen wie auf Schiff). Jene die "bei diesem Test" starben oder schon sehr schwach waren, also nicht stark bzw. zäh genug für den Transport waren, wurden alle zusammen in ein Massengrab geworfen. Jene die bei dieser Tortour zu aufmüpfig waren, bekamen in der Zeit einen Eisenring um das Genick gelegt, mit einem Eisenstab im Mund so daß diese nicht mehr reden konnten. Verschwiegen wird, daß damals auch Kinder verkauft wurden, diese waren sehr schick in einem Haushalt und wurden wie Haustiere gehalten! Männliche Sklaven wurden im Schiff "auf dem Bauch liegend" verfrachtet, Frauen hingegen "auf dem Rücken liegend". So konnten sich die Besatzungsmittglieder jederzeit mit den Frauen Vergnügen!..........
Bevor dann die Sklaven auf die Schiffe gebracht wurden, mussten diese mehrmals um einen für sie heiligen Baum gehen (den Baum gibt es noch und kann besichtigt werden), um alles von Afrika zu vergessen. Sie sollten vollkommen unbeinflusst in die "neue Welt" gebracht werden.
Das war ja eine soooo finstere Zeit, beim besichtigen dieser Orte wurde ich ganz traurig und konnte es nicht fassen was da über lange Zeit abgegangen war. Ist der Mensch nicht eine Bestie?
Wußtet Ihr eigentlich, dass der Sklavenhandel in Europa, erst lange nachdem er in den  Vereinigten Staaten verboten wurde, auch dort verboten wurde. Die Franzosen waren übrigens die Ersten die den Sklavenhandel abschafften.
Die Portugiesen haben erst "1961" dieses Fort verlassen und erst nach einem 48stündigen Ultimatum, welches Ihnen damals von den Franzosen gestelllt wurde.
Es gibt noch sehr viel zu erzählen, aber das mache ich dann zu Hause!
Ich freue mich schon sehr Euch alle in ein paar Tagen wieder zu sehen.

 

Am Markt in Cotonou

Samstag, 06.04.2013

Am Freitag war ich am Markt von Cotonou. Das ist der größte Markt von ganz Westafrika. Ich  ja schon viele Märkte auf der Welt besucht, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Man bekommt hier einfach alles! Zum Glück war ich mit Piere unterwegs ansonsten hätte ich wahrscheinlich nie wieder hinausgefunden.
Auf dem Markt sind unglaublich viele Leute und es herscht eine Lautstärke die ist der blanke Wahnsinn. Der Geruch, die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind teilweise echt Grenzwertig, aber diesen Markt muss man einfach gesehen haben.
Nach ca. 2 Stunden war ich dann aber schon wieder froh im Auto zu sitzen.
Bei der Rueckfahrt hatten wir leider eine Panne, das Gasseil war gerissen, und wir verbrachten 2 Stunden bei der Autowerkstätte. Eigentlich kann man diese gar nicht so bezeichnen, es handelte sich um einen Bambusunterstand und der Chef von der Firma hatte so ziemich das ganze vorhandene Werkzeug in einem Bauchtäschchen verstaut. Aber das Gasseil, dieses musste Piere vorher in einem Geschaeft in der Naehe kaufen, baute er professionell ein. Dies dauerte zwar über eine Stunde aber es funktioniert zumindest.
Nachdem wir wieder zu Hause waren musste ich mich mit Dusche und Abendessen sputen, da heute ein Treffen mit dem hiesigen Rotaryclub auf dem Programm stand. Das Treffen fand in einem Hotel in Cotonou statt und war nicht besonders aufregend für mich, da ich ja leider kein Französisch spreche. Aber es war auf jeden Fall ein voller Erfolg für Astrid und das ist die Hauptsache.
Bei der Hinfahrt sah ich einen Mopedfahrer der transportierte auf seinem Moped eine komplette hölzerne Gartengarnitur bestehend aus 4 Armlehnstühle und einem runden Tisch - Unglaublich!

Di/Mi/Do

Freitag, 05.04.2013

Dienstag/Mittwoch, 2./3. April 2013
Ausflug zum Benediktinerkloster „Monserate“.
Fahrtzeit ca. 1,5 Stunden Richtung Nord-West. Umso weiter man sich von Cotonou entfernt, umso schlechter werden die Straßen und umso einfacher leben die Leute, aber umso reizvoller ist die Landschaft. Das Kloster liegt im absoluten Nichts mitten in einer üppigen Landschaft. Die 14 Nonnen welche hier leben erhalten das Kloster durch verschiedene Arbeiten die anschließend verkauft werden. So betreiben sie eine eigene Weberei und  Tischlerei, produzieren Marmelade und Sirup und noch einiges mehr.
Das schönste Erlebnis hatte ich als ich die Zimmer sah. Mit eigener Dusche, Waschbecken mit Spiegel… Yipppieeehhh!! Ich dachte mir, dass ich hier bis zum Schluss der Reise bleiben möchte. Das Tüpfelchen auf dem „I“ waren dann noch die Toiletten. Es handelt sich dabei zwar um Gemeinschaftstoiletten aber dafür haben die „Wasserspülung“ und sind zum „Sitzen“! Einfach ein Traum!
Nach einer kleinen Fototour durch das Anwesen warteten wir auf die „Deutsche-Radfahrtruppe“ mit der wir uns hier treffen wollten. Die Wartezeit versüßte ich mir mit einem kühlen Bier in einer Kneipe gegenüber dem Kloster. Das hier, mitten im Dschungel, überhaupt ein Lokal ist, grenzt an ein Wunder. Um 18:15 Uhr ging ich in die Andacht die sehr besinnlich war. Bei der Andacht sangen die Nonnen meistens irgendwas mit Halleluja. Sie sangen aber sehr schön, auch ein Mönch war dabei, dieser hielt sich jedoch im Hintergrund. Ich glaube es waren 14 Nonnen, davon 3 Weiße. Eine davon spielte mit einer Mischung aus Harfe aus Kalabasse, eine andere sang die Solos und das sehr gut. Diese Andacht war auf jeden  Fall ein riesen Erlebnis. Die Kirche dort ist sehr schön, extrem sauber  und gediegen gebaut und könnte auch irgendwo in Mitteleuropa stehen. Abendessen um 19:00 Uhr. Am Speiseplan standen gekochte Kartoffeln, Nudeln mit etwas Soße, Weißbrot, Leberauftrichwurst, ein bisschen Käse (Käseecken) und zum Nachtisch Griesbrei. Nach dem gemeinschaftlichen Abwasch, die Küche ist übrigens auch sehr sauber, wollten wir noch alle gemeinsam auf ein Bier in die Kneipe gehen was aber nicht möglich war, denn das Tor des Klosters wird um 19:00 Uhr geschlossen. Eine Ausnahme machte Schwester Oberin nicht, denn ins Kloster kommt man nur zum Beten, Meditieren und Ruhen, also nicht zum trinken.
Auch wurscht, gingen wir halt um 20:00 Uhr ins Bett. Gute Nacht!
Am nächsten Tag nahmen wir Andi bei uns im Auto mit und besichtigen mit ihm ein paar abgeschlossene Schulprojekte und auch eine Krankenstation welche von Astrid finanziert wurde. Die Krankenstation liegt absolut im Nichts und ist nur über verschlungene Dschungelpfade zu erreiche. In dieser Krankenstation wird die Tochter von Andi für ein paar Monate arbeiten. Diese Station ist die einzige weit und breit und für über 10.000 Menschen zuständig.
Donnerstag, 4. April 2013
Heute hatten wir einen Termin beim Bürgermeister von Calavi. Calavi ist inzwischen die zweitgrößte Stadt im Benin und hat ca. 2 Mio Einwohner. Der Bürgermeister ist aber nicht nur für die Stadt Calavi zuständig sondern auch für den Landkreis Calavi. Bei jenem besagten Bürgermeister handelt es sich um den Mann der sich die Lorbeeren der beiden letzten Projekte von Astrid umgehängt hat obwohl er eigentlich nichts damit zu tun hatte außer das er die Projekte genehmigt hat. Seine Unterschrift ist einfach nötig damit überhaupt eine Schule gebaut werden darf.
Zuerst lies er uns ca. 1 Stunde warten bis wir dann in seine Privatresidenz kommen sollten. Dort angekommen mussten wir noch einmal eine halbe Stunde warten bis wir Empfangen wurden. Astrid stellte mich als einen deutschen Sponsor vor und baute mich ganz Geschickt in ihre Strategie ein. Sehr raffiniert. Der Bürgermeister bedankte sich dann sogar bei mir persönlich, weil ich so viel mache für den Benin. Wir wurden in einem Raum empfangen mit großen Ledersofas, auf dem Tisch stand allerlei zu Essen, es gab auch Getränke usw. Der Bürgermeister schenkte sich zuerst gleich mal ein großes Glas Likör ein, das er in einem Zug austrank. Danach war Red Label an der Reihe. Ich gönnte mir zwei kleine Bier und kostete die gebratenen Schnecken. Die sind schwarz und riesen groß, fast wie ein Hühnerflügel.  Die Schnecken (2 Stk.) werden auf einem Spieß angeboten und sind in  Benin an jeder Straßenecke zu haben.
Beim Gespräch mit dem Bürgermeister „schmierte“ ihm Astrid auch rüber, dass sie überhaupt nicht Happy wäre mit dem Zeitungsartikel in dem sich der Bürgermeister brüstet die Schulen gebaut zu haben und kein Wort von Astrids Verein erwähnt wurde.
Um eine Vorstellung von den Preisen Benin zu haben hier ein paar Beispiele:
Ein großes Bier (0,66 L) kostet in einer Kneipe 550 – 600 Franc ( ca. 85 Cent). Essen an der Straße kann man für ca. 100 -150 Franc (ca.25 Cent). In einem typischen Restaurant ist man zu dritt mit je einem Getränk (Bier oder Limonade) um 8,50 EUR. Man ist übrigens mit den Fingern. Ein Fahrer inkl. Auto für einen halben Tag kostet dich ca. 7,50 EUR.
Ich war auch bei der Ostermesse Die Kirche von dem Ort in dem ich wohne (Kansounkpa) Frische Schnecken zu verkaufen! Wer will Schnecken? Das nennt man gut geschlichtet Hauptverkehrsader Nord/Sued Am Motorrad wird alles transportiert Ananastransport  Man glaubt sich in die 60er Jahre zurueckversetzt Die Ananas werden verladen und anschliessend direkt zum Markt gefahren Grosse Bande, sehen vielleicht etwas furchterschreckend aus, waren aber ganz lieb! Kleine Rasselbande  Taegliches Wasserschoepfen am gemeinschaftlichen Dorfbrunnen Railwaystation of no return. Die einzige Zugsverbindung von Sued nach Nord ist seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Hurra! Ich habe Kekse bekommen!  Vorrang geben! Mein Papa ist der Cooooosteee! Haende frei fuer andere Lasten Meine geliebte Toilette! Semplice (Sohn von Astrid) und seine Freundin

Ostersonntag und Ostermontag

Dienstag, 02.04.2013

Ostersonntag:
Eigentlich wollte Simplice, das ist einer der Soehne von Astrid, heute mit mir Fußballspielen gehen, da er aber noch kein Licht in meinem Zimmer sah, ging er ohne mich.
Um 9:00 Uhr gingen Simplice, Constant und ich in die Kirche und feierten die Ostermesse. Simplice nahm mich mit dem Motorrad mit. Die Messe war ein tolles Erlebnis. Die Leute waren alle sehr schön und besonders farbenfroh angezogen. Es waren erstaunlich viele junge Leute und Kinder in der Kirche. Die hiesige Kirche dürfte nicht das „europäische“ Problem der Kirchenflüchtlinge haben. Die Besucher der heiligen Messe machten alle mit voller Freude mit, es wurde viel gesungen, ein wenig getanzt und viel geklatscht. Es herrschte eine wahnsinnig gute Stimmung.
Ich, der Europäer, der Weiße war natürlich die größte Attraktion. Trotzdem viel angestarrt wurde, speziell von den Kindern, fühlte ich mich trotzdem richtig wohl.
Das Kirchengebäude ist nur ein Bretterverschlag mit Wellblechdach und Wänden aus Palmblättern.
Die Einrichtung besteht aus rustikal zusammengezimmerten Holzbänken und einem ganz einfachen Altar mit einem Bild von Jesus und einem von der heiligen Maria. Der Frauenchor mit den Trommlern war vorne rechts situiert.
Die hiesige Bevölkerung, das sind sehr schöne Leute, sie sind sehr gepflegt und haben immer ein Lächeln im Gesicht. Man kommt sich keinesfalls als „Fremder“ vor und es gibt keine Vorurteile. Da können wir uns in Europa etwas abschauen!
Die Messe selbst lief anfänglich so ab, wie wir es in Österreich gewohnt sind. Wenn man ein fleißiger Kirchengänger wäre, was ich ja nicht unbedingt bin, könnte man bei den meisten Dingen voll mitmachen. Insgesamt dauerte die heilige Messe ca. 3 Stunden. Der Pfarrer redete/erzählte viel und dürfte auch viele Späße gemacht haben, denn immer wieder mussten die Leute herzlich lachen.
Als die Messe aus war machte ich noch einige Fotos außerhalb der Kirche. Dabei hauten sich die Kinder wieder voll in Pose und wollten unbedingt fotografiert werden.

Ostermontag:

Am Ostermontag zu Mittag brachte mich Pierre, das ist ein Taxifahrer der viel fuer Astrid faehrt, zum Strand. Die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich. Man fragt sich wirklich wie das hier alles funktioniert. Es gibt anscheinend keine Verkehrsregeln, jeder fährt wie es im passt. Rechts überholen, links überholen, in dritter Spur überholen. Die Autos sind teilweise total fertig, wobei man auch da und dort schöne teure westliche Modelle sieht wie z.B. Porsche, Range Rover, Invinity etc.
Die Bau-LKWs die hier fahren stammen aus den 50er-Jahren. Die sehen aus, das glaubt man nicht. So als ob sie jeden Augenblick auseinanderfallen. Viele Autos sind rundum komplett kaputt, die Scheinwerfer zerbrochen, die ganze Windschutzscheibe kaputt, so dass man eigentlich gar nicht mehr hinaussieht. Und Mopeds und Motorräder wie die Fliegen, überall! Gefahren wird darauf zu zweit, zu dritt, zu viert oder auch zu fünft. Mütter am Sozius, das kleine Baby in der Hand. Helmpflicht besteht auch keine. Die einzige asphaltierte Straße ist die Ausfallsstraße aus Cotonou Richtung Norden über Abomey und Calavi. Alle anderen Straßen, wenn man die überhaupt so bezeichnen kann, sind die reinsten Muggelpisten auf denen es einen ununterbrochen so richtig durchschüttelt. Schneller als 20 km/h kann man da nicht fahren.
Der Strand ist die eigentliche Sklavenküste der hunderte Kilometer lang ist. Eigentlich wie aus dem Bilderbuch mit Palmen, weißen feinen Sand, kaum Leute etc. Wäre da nicht der viele Müll der rechts und links entlang der Parallelstraße (Sandstraße) zum Strand umherliegt. Sehr , sehr schade! Pierre brachte mich zu einem Restaurant von einem Schweizer. Direkt am Strand sind kleine private „Häuser“ die einem zugeteilt wurden. Hier wurden dann auch Getränke und Essen serviert.
Der größte Nachteil an der Sklavenküste ist der, dass es eigentlich unmöglich ist im Meer zu schwimmen. Es herrscht nämlich eine extrem starke „Rip“ (Strömung die dich ins Meer hinauszieht).  Ich habe es ausprobiert, wenn einem das Wasser bis zum Brustbereich reicht muss man sich als erwachsener Mann schon sehr anstrengen, dass es einen nicht hinauszieht. Das ist extrem gefährlich und es gibt jedes Jahr viele Tote.
Beim zurückfahren herrschte „Rushour“ und der Verkehr war noch viel schlimmer als zu Mittag. Der Strand war teilweise komplett überfüllt, man hatte das Gefühl, dass halb Benin zum Sonnenbaden war.
Auffallend hier in Benin ist auch, dass es nahezu keine „normalen“ Geschäfte, wie man sie in unseren Breiten kennt, gibt. Die einzigen Ausnahmen sind Apotheken. Alle anderen Geschäfte sind ganz klein strukturiert und sind eigentlich nur Verkaufsstände, keine richtigen Geschäfte mit Eingangstür usw.
Schockiert hat mich, dass am späten Nachmittag direkt neben der Straße Fisch vom Morgen und zwar ungekühlt verkauft wurde.

Die ersten Tage

Samstag, 30.03.2013

Leider hat sich das Schulprojekt von Astrid verzoegert, so kann ich derzeit nicht wirklich aktiv mithefen. Wir waren bei Verhandlungen mit dem hiesigren Rotary Club, auch ein Vertreter vom Rotary Club Rosenheim war vor Ort.

Wir haben uns ein paar bereits abgeschlossene Schulprojekte angesehen und auch das Grundstueck fuer die neue schule besichtigt.
Dass Benin zu den aermsten Laendern der Welt zaehlt sieht man wirklich ueberall. Die Menschen sind sehr nett und gruessen die meisten sehr herzlich.
Als "Weisser" ist man etwas ganz besonderes, die Kinder greifen mich teilweise an und versuchen die Farbe herunterzuschmieren.

Am Dienstag haben wir einen Ausflug nach Ganvie gemacht. Dort leben die Leute inmitten eines Sees auf Stelzenhausern. Die Vorfahren von dieser Volksgruppe sind im 18 Jahrhundert aufgrund einer Verfolgung bzw. wegen eines Krieges dort hin gefluechtet und haben sich dort versteckt.

  Der Waschplatz Astrid beim Teezuckerl machen Mein Zimmer   Amie

Der erste Tag

Mittwoch, 27.03.2013

Nach einer langen Reise bin ich in Cotonou gelandet. Astrid hat mich sehr freundlich aufgenommen und mich Ihrer Familie vorgestellt. Ich habe mein eigenes Zimmer miit Ventilator, denn inzwischen gibt es bei Ihr auch Strom. Geduscht wird mit einem Eimer kalten Wasser. Das Klo ist eine moderne Variante von einem Plumpsklo.
Heute haben zir einen Ausflug zu einem See gemacht auf dem eine ganze Bevoelkerungsgruppe in Haeusern auf Stelzen wohnt. Das war sehr interesssant und den ersten Sonnenbrand habe ich auch schon. Ich schau jetzt voll lustig aus, denn die Sonne ist durch die Loecher der Haube durchgegangen jetzt habe ich viele rote Punkte am Hirn. 

Bald geht es los

Samstag, 23.03.2013

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. Ab Dienstag, 26.03. werde ich hier über meine Erlebnisse in Benin berichten.